Band 28: Musikpsychologie – Musik und Bewegung

Die Bedeutung der musikimmanenten Phänomene Bewegung und Gestik ist sowohl in historischen als auch in musikpsychologischen Kontexten unbestritten. Neue Impulse erhielt das Forschungsgebiet in jüngerer Zeit durch die Entdeckung der Spiegelneurone, computerbasierte Analysemethoden wie Eyetracking- und Motion-Capture-Systeme sowie das Embodiment-Konzept. Musik bewegt Menschen sowohl körperlich als auch emotional: Anhand von Gesichts- und Stimmausdruck kann relativ zuverlässig auf bestimmte Basisemotionen geschlossen werden. Zugleich geht Musizieren und Singen immer mit körperlicher Bewegung einher, und selbst das Hören von Musik kann zu unwillkürlichen Mitbewegungen nötigen oder zum bewussten Tanzen animieren. Anhand von körperlichen Gesten beim solistischen Vortrag, beim Spielen im Ensemble und beim Dirigieren kann auf Interpretation, Einsätze und Metren geschlossen werden. Ferner erweisen sich einige Musizierbewegungen als effizienter und physiologisch adäquater als andere.

Der aktuelle Band des Jahrbuch Musikpsychologie wird durch weitere Beiträge sukzessive ergänzt, sobald diese publikationsbereit sind.