Performers and an Active Audience: Movement in Music Production and Perception
Musizierende und ein aktives Publikum: Der Aspekt der Bewegung beim Ausüben und Wahrnehmen von Musik

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Laura E Bishop
Werner Goebl

Zusammenfassung

Musikalische Kommunikation umfasst Performanz- und Wahrnehmungsprozesse, die beide das sensomotorische System einbeziehen. In weiten Teilen der performanzwissenschaftlichen Literatur wird musikalische Kommunikation jedoch als ein nur in eine Richtung gehender Prozess vom aktiven Musizierenden zum passiven Zuhörenden konzipiert, die den Beitrag des Zuhörenden und die kollaborative Natur der Kommunikation in den Hintergrund stellt. In diesem Beitrag wird diskutiert, wie Bewegung auf der einen Seite beiträgt zu Klangproduktion, Koordination zwischen den Spielenden und visueller Ausdruckskraft, und auf der anderen zu Musikwahrnehmung durch die Simulation von beobachteten Gesten, Aktivierung von intermodalen Assoziationen und Induzierung von deutlichen, synchronisierten Reaktionen. Das Konzept der Embodied Music Cognition, welches musikalische Kommunikation als einen Prozess der dynamischen Interaktion zwischen Individuen behandelt und die Rolle des physischen Körpers bei der Vermittlung zwischen Umweltreizen und subjektiven Erfahrungen betont, bietet einen theoretischen Hintergrund für unsere Diskussion. Wir schließen unseren Beitrag mit einer Diskussion darüber, wie aktuelle technologische Entwicklungen gleichzeitig unsere Fähigkeit, musikalische Kommunikation zu beobachten, verbessern (z.B. durch Integration von optischer Bewegungserfassung und mobilem Eyetracking), aber das Aufkommen von Musikformen, welche nicht mehr auf menschliche Bewegung angewiesen sind (wie z.B. Computermusik), unser Verständnis von Musik und Bewegung auf eine neue Art herausfordert.

Musikhören; perzeptiv-motorische Kopplung; visuelle Kommunikation; Ensemble-Koordination; verkörperte Musikkognition

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Forschungsberichte zum Themenschwerpunkt